Microsoft ändert die Kulanzfrist: Das müssen Sie wissen
Mit Wirkung zum 4. Mai 2026 passt Microsoft die Optionen am Laufzeitende von Cloud-Abonnement-Produkten wie Microsoft Dynamics 365 Business Central, Microsoft 365 und Microsoft Azure Services an. Ab dem Stichtag 04.05.2026 berechnet Microsoft 3% Aufschlag als Extended Service Term (EST) auf den aktuellen Monatslaufzeitpreis (oder 23 %, falls kein monatlicher Plan existiert). Kunden, die nicht verlängern, müssen entweder am Ende der Laufzeit kündigen, da sie sonst den Zugriff sofort verlieren, oder sie buchen einen kostenpflichtigen erweiterten Service (EST), um den Dienst fortzusetzen. Die erweiterten Service-Laufzeitrechnungen monatlich mit dem aktuellen monatlichen Laufzeitsatz plus 3% Uplift (oder 23%, wenn kein monatlicher Plan vorhanden ist). Kunden und Microsoft Cloud Solution Provider (CSP) werden damit aufgefordert, die Cloud-Strategie langfristig zu planen und schneller zu entscheiden.
Bislang profitieren Kunden von einer komfortablen Regelung: Läuft ein Abonnement aus und ist die automatische Verlängerung (Auto-Renewal) deaktiviert, bleibt der Zugriff trotzdem noch 30 Tage lang kostenlos bestehen. Diese Übergangsphase sollte ermöglichen, anstehende Entscheidungen ohne Zeitdruck treffen und Daten sichern zu können. Das ändert sich jetzt.
Ab dem 4. Mai 2026 entfällt diese kostenlose Nachfrist. Stattdessen müssen Kunden mit ihrem Microsoft-Cloud-Solution Partner aktiv entscheiden, was zum Laufzeitende eines Abonnements geschehen soll.
Ab dem 4. Mai 2026 gelten drei Optionen:
- Verlängerung des Abonnements wie bisher
- Kündigung zum Laufzeitende. Ab dem Stichtag entfällt der Zugriff.
- Nutzung der neuen Extended Service Terms (EST) als kostenpflichtige Verlängerung
Microsoft Extended Service Terms (EST) im Detail erklärt
Die Extended Service Terms sind eine neue Option, um ein Abonnement über das ursprüngliche Laufzeitende hinaus weiterzuführen. EST ermöglicht es, ein Abonnement weiterhin zu nutzen und später zu entscheiden, ob es verlängert, angepasst oder beendet wird.
Diese Flexibilität ist jedoch kostenpflichtig.
Die wichtigsten Eigenschaften:
- monatliche Verlängerung zum aktuellen Monatspreis
- zusätzlicher Aufschlag von 3 % auf die jeweilige SKU (Stock Keeping Unit)
- bei fehlendem Monatsplan fällt der Aufschlag höher aus
Worauf Tecman Deutschland Kunden achten müssen
Ein kritischer Punkt der neuen EST-Regelung ist deren Standardaktivierung.
Wenn das Auto-Renewal deaktiviert ist, aber nicht explizit gekündigt wurde, überführt Microsoft das Abonnement innerhalb von 24 Stunden automatisch in den kostenpflichtigen EST-Modus. Damit stellt die Änderung der Kulanzfrist ein erhebliches Risiko für unerwartete Kosten dar. Es reicht also nicht, da Auto-Renewal zu deaktivieren, die Subscription muss auch aktiv zum Laufzeitende gekündigt werden.
Das bedeutet konkret:
- der Dienst läuft weiter
- es entstehen laufende Kosten (3% Aufschlag auf den Monatslaufzeit bei regulären Plänen)
- laufende Abrechnung, wenn nicht gekündigt wird.
Handlungsempfehlungen für Tecman Deutschland Bestandskunden
Für Kunden von Tecman Deutschland, die Lösungen wie Business Central, Microsoft 365 oder Microsoft Azure Services nutzen, hat die Änderung der Kulanzfrist direkte Auswirkungen auf potenzielle Vertragsänderungen, Kündigungen und Kostenstrukturen.
Um Kostenrisiken zu vermeiden, empfehlen wir unseren Kunden, frühzeitig aktiv zu werden.
Das Ende der Laufzeit muss aktiv beobachtet und Kündigungen müssen im Einzelfall direkt angestoßen werden.
Sinnvolle Maßnahmen sind:
- Überprüfung aller Abonnements mit deaktivierter automatischer Verlängerung
- Kündigungen rechtzeitig einreichen, wenn keine Verlängerung gewünscht ist
- Abstimmung mit Ihrem Tecman Deutschland Berater bei technischen und vertraglichen Rückfragen
Einordnung und Fazit
Die Abschaffung der kostenlosen 30-Tage-Kulanzfrist für Microsoft Cloud-Lösungen ist eine kleine Anpassung mit weitreichenden Folgen. Microsoft fordert Partner und Kunden auf, Entscheidungen hinsichtlich ihrer Cloud-Strategie proaktiver zu treffen.
Die Einführung der Extended Service Terms schafft zusätzliche Flexibilität, jedoch zu Mehrkosten. Gleichzeitig entsteht ein neues Risiko durch automatische Übergänge in ungewünschte kostenpflichtige Strukturen.
Für Tecman Deutschland Kunden bedeutet dies vor allem eines: aktiver Umgang mit Laufzeiten und konsequentes Lizenzmanagement.
Darum geht es in diesem Artikel:
Autor
Simone Brett-Murati






